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2.2.2026
Elektronischer Rundbrief Nr. 82/2026
Einladung zum Bundestreffen vom 10.4. bis 12.4.2026 in Hannover
Krieg der Armut - Markante Veränderungen im Sozialsystem
Während der 'Verteidigungs'haushalt massiv erhöht wird, findet fast gleichzeitig ein breit angelegter Sozialabbau statt.
- Eine neue Grundsicherung, mit der enger geregelt, härter kontrolliert und umfassender bestraft wird, führt zu einer weiteren Entrechtung und Verarmung Betroffener:
- Gesundheitspolitische Einschnitte bei der Krankenhausfinanzierung, Erhöhungen der Krankenkassenbeiträge, Kürzungen des Leistungskataloges, mögliche Wiedereinführung einer Praxisgebühr;
- Abschaffung des Acht-Stunden-Tages, weiterer Ausbau der Niedriglohnsektors.
Pflege ist (ebenso wie z.B. die Tätigkeiten in der Fleischindustrie oder Pizzadienste) nur noch unter massiver Zurhilfenahme entrechteter migrantischer Billigarbeit zu leisten. Viele migrantische Arbeitskräfte sind aber überhaupt nicht krankenversichert, arbeiten unter Mindestlohn oder für Kost und Logis. Erwachsene und Kinder werden selbst aus festen Jobs, so in der Care-Arbeit, heraus aus diesem Land abgeschoben. Wenn sie kurzfristig geduldet sind, dürfen sie nur noch mit einer digitalen „Bezahlkarte“ in Supermärkten einkaufen.
Die gesetzliche Rente soll nach einer Geisterdiskussion möglicherweise erheblich gekürzt und die Altersvorsorge kapitalisiert werden. Von bezahlbarem Wohnraum, gerade für arme Menschen in den Städten, ist nichts zu sehen. Hier mangelt schon seit Jahren an wirksamen Maßnahmen gegen Wohnungs- bzw. Obdachlosigkeit. Istanbul-Konvention zur Beseitigung der Obdachlosigkeit bis 2030: Fehlanzeige. Der „Sozialstaat“ erodiert weiter. Es brennt an allen Ecken und Enden. Diskutiert wird aber die „Kriegstüchtigkeit“.
Währenddessen werden die nächsten Kriegsschauplätze geplant, z.B. in Lateinamerika - oder Iran. Deutschland möchte außenpolitisch nicht mehr am Katzentisch sitzen, neue Staatsschulden sind beschlossen, allerdings nicht für soziale Infrastruktur oder sozialen Wohnungsbau.
Zwischen all diesen Ereignissen besteht offensichtlich ein Zusammenhang. Die geplanten Kürzungen beim Bürgergeld dienen allein dazu, das kapitalistisch-neoliberale Primat der Lohnarbeit durch neue Sanktionen aufrecht zu erhalten, und Menschen immer wieder in Billiglohnjobs zu vermitteln
- Kürzung bei den Wohnkosten vom ersten Tag des Bezugs an, somit keine Kulanzzeit am Anfang des Bezugs
- Die geringere Berücksichtigung von Vermögen bei Eintritt in Leistungen
- Bei der Arbeitsvermittlung sollen die alten Sanktionen wieder eingeführt werden (die das Bundesverfassungsgericht 2019 für rechtswidrig erklärt hat.)
- Eine neu definierte "Erreichbarkeit" ermöglicht die jederzeitige Kontrolle der Leistungsberechtigten. Das alles bedeutet ein Herausdrängen aus dem Leistungsbezug, wie es bei Migrant*innen schon gang und gäbe ist.
Es ist eben so, als würde ein Krieg gegen die Armen geführt.
Viele Menschen haben in den letzten Jahren gegen die AFD demonstriert. Ihre Sorgen sind berechtigt, steht die AFD in der Opposition doch für Streichung von Sozialleistungen und eine radikal ausgrenzende Politik z.B. gegenüber Migrant*innen und anderen. Die aktuelle Politik liegt jedoch in den Händen anderer und erfährt viel zu wenig Gegenwehr.
Inhaltliche Schwerpunkte unserer Tagung sollen sein:
1. den Zusammenhang von Sozialabbau und Militarisierung herauszuarbeiten.
Im Kontext zur 'Zeitenwende' läßt sich eine Verschiebung mit dem Sondervermögen mit Nullrunden oder Kürzungen beim Bürgergeld, Familienleistungen, Arbeitsmarktpolitik etc. feststellen. Hierzu paßt auch der politisch-ideologische Wandel des Sozialstaates zu einem autoritären Sozialstaat, der immer stärker als Disziplinierungs- und Steuerungsinstrument genutzt wird. Auch das vermehrte Auftreten der Bundeswehr auf den Arbeitsämtern gilt es im Zusammenhang gesellschaftlicher Militarisierung zu beachten. Letztendlich sollen über permanente Diskurse zu Sicherheit und Bedrohung die Einschnitte im Sozialstaat als notwendige Opfer für nationale Sicherheit legitimiert werden.
2. die neue Grundsicherung gesamtgesellschaftlich einzuordnen
Anhand der neuen Grundsicherung und der Veränderungen des Sozialstaates soll gezeigt werden, in welchem Ausmaß und mit welchen Mitteln veränderte kapitalistische Strukturen bis tief in den Alltag betroffener Personen einwirken und solidarisches Wirken verhindern bzw. einschränken. Was 1998 und 2003 noch möglich war, ist mittlerweile stark eingeschränkt und erfordert andere praktische Interventionen.
Seit unserem letzten Treffen haben sich die Veränderungen präzisiert. Ziel soll sein, eine politische Handlungsmöglichkeiten zu bestimmen. Es reicht angesichts all dieser Verschärfungen nicht, zu sagen: Wir haben es immer gewußt, dass ein „Sozialstaat“ aus den Angeln gehoben wird. Was wir jetzt brauchen:
Breite Information und Aufklärung über geplante Änderungen.
Die Zeit der Petitionen und offenen Briefe ist vorbei. Es müssen jetzt dringend wieder andere Protestformen des zivilen Ungehorsams gefunden werden. Protest und Widerständigkeit muss und darf nicht nur der von den Gesetzesänderungen betroffenen Gruppen, sondern auch von anderen relevanten zivilgesellschaftlicher Gruppen. Außerparlamentarischer Protest ist notwendig. Wie kann er aussehen ?
Beraten wir uns in Stadtteilgruppen; schaffen wir zwei, drei, viele neue Initiativen gegen die neue Grundsicherung und die politischen Entwicklungen.
Link: Zeitplan der Tagung
Link: Anmeldung für die Tagung im April 2026
Die Anmeldefrist endet am Freitag, 20.3.2026.
Eine Anmeldung ist für unsere und die Planung unserer Gastgeber*innen von großer Bedeutung !
Dieses Treffen wird von der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt in Berlin unterstützt.
Vielen Dank dafür !
BAG Prekäre Lebenslagen / BAG Prekär / https://www,bag-plesa.de
https://www.bag-plesa.de/rundbrief/2026/rundbrief-extra-2026-82.html
4.11.2025
Elektronischer Rundbrief Nr.81/2025
Wir dokumentieren im Wortlaut - Solidarisch mit allen, die in diesem Land, Europa und weltweit zu prekären Bedingungen leben, arbeiten und wohnen müssen:
Europa in Bewegung, europainbewegung@posteo.de, Stolipinovo in Europa e.V., info@stolipinovoeuropa.org
Frau Bärbel Bas, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, 11044 Berlin, info@bmas.bund.de, presse@bmas.bund.de, 27. Oktober 2025
Gegen die Kriminalisierung von Unionsbürger:innen in prekären Lebenslagen und weiterer marginalisierter Gruppen in Deutschland – Offener Brief an Bärbel Bas
Sehr geehrte Frau Bundesministerin Bas,
heute, am 27. Oktober 2025, informieren Sie sich in Duisburg bei einer kommunalen Fachtagung über „Herausforderungen und Lösungen im Zusammenhang mit der Zuwanderung aus EU-Mitgliedstaaten“. Der Fokus soll auf Ansätzen zur Bekämpfung von „Sozialbetrug im Kontext der EU-Freizügigkeit“ liegen, insbesondere im Zusammenhang mitden aktuellen Änderungen des Bürgergeldes.
Die Konferenz bringt Vertreter:innen von Stadtverwaltungen, Jobcentern, der Bundesagentur für Arbeit und dem Staatsministerium für Migration und Integration zusammen –Interessenvertretungen von sozialleistungsbeziehenden und prekär beschäftigten Unionsbürger:innen in Deutschland sind jedoch nicht eingeladen.Mit diesem offenen Brief fordern wir Sie auf, den Blick umzudrehen, um zu sehen, welche brutalen Effekte der Generalverdacht des Missbrauchs und der Ausschluss von Leistungen auf das Leben vieler Menschen, insbesondere Migrant:innen, in Deutschland hat.
Wir fordern Sie auf, das Prinzip des Sozialstaats, der (EU-)Freizügigkeit und der Menschenwürde unabhängig von Nationalität zu verteidigen, statt Menschen in prekären Lebenslagen zu kriminalisieren, abzuwerten und auszuschließen. Zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen warnen vor den sozialen Folgen der geplanten Sozialreformen, insbesondere vor steigender Wohnungslosigkeit, und fordern Unterstützung für armutsbetroffene Menschen statt verschärfter Sanktionen. Wir befürchten, dass die heute in Duisburg diskutierten Verschärfungen für Menschen ohne deutschencPass, denen pauschal Missbrauch und Betrug unterstellt wird, noch krasser ausfallen werden.
Schon jetzt sind nach § 7 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 SGB II ganze Gruppen von Menschen nicht- deutscher Staatsangehörigkeit vom Anspruch auf Existenzsicherung ausgeschlossen, was zu existenzieller Not und Obdachlosigkeit führt und Menschen nicht selten zwingt, besonders schlecht bezahlte und unsichere Arbeit anzunehmen.Mit diesem offenen Brief senden wir Ihnen Berichte und Statements aus der Zivilgesellschaft, die sich gegen die Kriminalisierung und den Ausschluss von Unionsbürger:innen in prekären Lebenslagen in Deutschland stellen und auf die gravierende Schieflagen in der öffentlichen Berichterstattung aufmerksam machen.
Der Verein Stolipinovo in Europa, eine Initiative von bulgarischen Migrant:innen, berichtet von den menschenverachtenden Folgen der massenhaften Räumung von sogenannten Problemimmobilien – sowie Abmeldung betroffener Familien von ihrem Wohnsitz und von jeglichen Bildungs- und Sozialleistungen – durch die gleichnamige Taskforce der Stadt Duisburg (siehe Studie im Anhang). Der interkulturelle Jugendverein von Roma und Nicht-Roma Amaro Foro e.V. weist auf eine völlig unverhältnismäßige Razzia in einer Notunterkunft für wohnungslose Menschen am 14.10.2025 in Berlin hin. Unglaubwürdig als gutwillige Beratungsaktion dargestellt, sei diese tatsächlich politisch motiviert und ginge auf Kosten der größten Minderheit Europas. In den Medien sei irreführend und rassistisch berichtet worden.
Die Erwerbsloseninitiative BASTA! Berlin berichtet von übergriffigen Hausbesuchen, von einer Zunahme diskriminierender Äußerungen in den Behörden, von aufenthaltsrechtlichen Kontrollen durch die Familienkasse sowie von der erfolgreichen Klage einer rumänischen Familie, der fälschlicherweise Sozialbetrug vorgeworfen wurde, die aber bis heute nicht alle ihr zustehenden existenzsichernden Leistungen erhalten hat (siehe Anhang).
Erst vor zwei Wochen intervenierten das Medinetz Mainz und weitere Organisationen und Einzelpersonen in die Debatte zu „bandenmäßigem Sozialmissbrauch durch EU-Bürger:innen“: Die Berichterstattung skandalisiere Armut, mache Betroffene zu Täter:innen und reduziere komplexe soziale Zusammenhänge auf Schlagzeilen. Sie stellen klar: “Armut, unsichere Beschäftigung und Ausgrenzung sind keine Vergehen, sondern Folgen politischer Entscheidungen”.
Auf die diskriminierende Sonderbehandlung von EU-Bürger:innen wies schon im Jahr 2021 eine Umfrage der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege unter Mitarbeitenden in der Beratung hin. Sogenannte EU-Ausländer*innen seien bei der Beantragung von Sozialleistungen oder von Kindergeld einer diskriminierenden und zum Teilrechtswidrigen Behördenpraxis ausgesetzt. Der Paritätische Gesamtverband bewertete diese Ergebnisse als skandalös und warnte vor strukturellem Rassismus in Jobcentern.Ähnliche Kritik wurde in einer Untersuchung der Universität Duisburg-Essen (2024, siehe Anhang) geäußert, die feststellte, dass die Prekarität, welche das Leben von EU-Migrant:innen insegregierten Stadtteilen prägt, durch das repressive Vorgehen der lokalen Behörden – in diesem Fall der Stadt Duisburg – erzeugt wird.
Wir fordern Sie auf, diese Berichte und Erfahrungen ernst zu nehmen und sich dafür einzusetzen, dass die Politik der Diskriminierung und Kriminalisierung von prekarisierten EU-Migrant:innen, Menschen in benachteiligten Wohngegenden, Geflüchteten, Leistungsbeziehenden und weiteren marginalisierten Gruppen aufhört. Wir fordern sie auf,die jüngsten sozial- und migrationspolitischen Verschärfungen zurückzunehmen und das Recht auf eine menschenwürdige Existenzsicherung für alle Menschen in Deutschland sicherzustellen.
Mit vielen Grüßen, Stolipinovo in Europa e.V. und das Netzwerk Europa in Bewegung und weitere Einzelpersonen
Links zu den Quellen und/oder Websites von Amoro Foro e.V, BASTA! Berlin, Europa in Bewegung, dem Geamtverband der Freien Wohlfahrtspflege, Medinetz Mainz, dem Paritaetischen Gesamtverband, Stolipinovo in Europa e.V., der Universitaet Essen-Duisburg und alle Unterzeichnenden sind in der PDF-Langfassung hier aufrufbar.
Link zum PDF:
https://www.bag-plesa.de/Europa-in-Bewegung/Offener-Brief Frau_Bas-EU-2025.pdf
Dies ist ein Rundbrief (Nr.81/2025) der BAG Prekäre Lebenslagen/BAG Prekär
BAG Prekäre Lebenslagen/BAG Prekär: https://www.bag-plesa.de
https://www.bag-plesa.de/rundbrief/2025/rundbrief-extra-2025-81.html
23.04.2025
Elektronischer Rundbrief Nr. 80/2025
Empört Euch ! Gegen
die Aushöhlung des Sozialstaats und des Asylrechts !
(Langfassung hier: https://bag-plesa.de/rundbrief/2025/Aufruf_25.pdf
)
Eine Übersicht,
was jetzt schon schief läuft - und was durch die neue
CDU/CSU/SPD-Regierung geplant ist:
Erwerbslose
sollen mit verschärften Sanktionen und Verschlechterungen des
Regelsatzes weiterhin aus dem Leistungsbezug und in prekäre
Arbeitsverhältnisse gedrängt werden. Der Zwang zur Arbeit
für Geflüchtete und Erwerbslose wurde und wird von
CDU/CSU/SPD, aber auch der AFD, offen angedroht, regional schon
umgesetzt. Die Schonfristen bei der Vermögensanrechnung und bei
zu hohen Wohnkosten in der neuen „Grundsicherung“ sollen
geschleift werden.
Der
Status der EU-Bürger*innen und Menschen aus anderen Ländern
in allen sozialen Bereichen wurde schon vor Jahren, insbesondere,
was Leistungen und Aufenthaltsrecht anbetrifft, immer mehr
verschlechtert, bis hin zu Ausweisungen bei Erwerbslosigkeit bzw.
beim Bezug sozialer Leistungen.
Die
Bezahlkarte für Asylbewerber*innen und mehr Abschiebungen für
diesen Personenkreis sind in der Umsetzung, unterstützt von
anti-migrantischer Hetze. Datenschutz: Fehlanzeige. Allerdings
weigern sich einige Kommunen, diese so wie geplant durchzuführen.
Zur Zeit stellt dieses System sich z.T. selbst ein Bein, Begründung:
die Software. Es ist aber leider nur eine Frage der Zeit, wann es
überall eingeführt wird.
Die
Altersrente führt bei vielen, insbesondere Frauen, zu
Altersarmut.
De
gesetzliche Pflegeversicherung und die Krankenversicherung stehen
vor dem Kollaps. Für Arme und selbst für Menschen mit
Durchschnittseinkommen bzw. -rente sind Krankheit und
Pflegebedürftigkeit nicht mehr finanzierbar. Dagegen etwas zu
tun, ist noch nicht einmal ansatzweise im Koalitionsvertrag
enthalten.
Zeitgleich
wurde in einer Hau-Ruck-Aktion in einer eigens dafür gebildeten
Koalition aus der alten und neuen Regierung ein unbegrenzter
Schuldenberg für die Militarisierung sowie erhebliche Schulden
für „neue Infrastruktur/Klimaschutz“ verabschiedet
Geld wird für Aufrüstung und Militarisierung statt für
soziale Maßnahmen ausgegeben. Dort gilt dann wieder die
selbstgewählte „Schuldenbremse“. Die Kürzungen
im Sozialen dienen ausschließlich der Diszplinierung und
repressiver Ordnungspolitik.
Allen
Menschen aus Kriegsgebieten oder unsicheren Staaten (z.B.
Afghanistan, Syrien, Russland, Nahost) wird trotz stattfindender
Kriege der Zugang zur "Festung Europa" immer weiter
versperrt, das Überleben ist gefährdet. Das Mittelmeer ist
beides: Außengrenze der EU und ein Massengrab. Im Nachbarland
Polen, ist, z.B. an der EU-Grenze zu Belarus, das Asylrecht
offiziell ausgesetzt worden. Es gibt seit fast einem Jahr einen
Schießbefehl gegen „Illegale“. In Libyen wird von
der „Küstenwache“, kooperierend mit der EU, Folter
angewandt. Es gibt dort rassistische Angriffe gegen Flüchtende.
Der Familiennachzug, z.B. für Kinder aus Syrien, soll jetzt
abgeschafft werden.
In
schlechter neoliberaler, sozialdarwinistischer Manier werden einzelne
soziale Gruppen gegen andere Gruppen ausgespielt, um eines zu
erreichen: Dass diejenigen auf der "untersten Sprosse" der
Gesellschaft immer mehr nach unten gedrückt, mißachtet und
ungerecht behandelt bzw. ihrer Rechte beraubt werden.
Es
reicht nicht aus, eventuell ein Kreuz an einer bevorzugten Stelle
gemacht zu haben, das zeigten auch die damaligen Proteste gegen „die
Hartz-Gesetze“, unsere Forderungen müssen auf der Straße
mit Aktionen und Demonstrationen vertreten werden.
Gegen
rechtes Denken und Handeln in Gesellschaft und Parlament aufzutreten,
wie erstaunlich viele es vor der Wahl taten, hatte ja seinen Sinn,
aber das reicht leider nicht aus. Und unter dem Vorwand, gegen AFD
und rechts zu handeln, wurden statt dessen deren Forderungen von der
so genannten demokratischen Mitte der Gesellschaft in vorauseilendem
Gehorsam vorgeschlagen und schon durchgesetzt.
Thematische
Klammer dieser Kämpfe ist: Wir lassen uns nicht spalten –
wir halten zusammen gegen Sozialabbau und Ausgrenzung,
Es
geht ums Ganze:
- für eine sozial gerechte und solidarische Gesellschaft. -
für eine menschenwürdige Existenzsicherung und Teilhabe
- für
eine menschenwürdige Migrationspolitik - für gute
Lebensbedingungen und ein gutes Leben für alle – weltweit
Arbeiten
wir gemeinsam daran, denn gemeinsam sind wir stärker.
Es
gibt sie ja noch, trotz des eisigen Windes, der uns entgegen weht:
Proteste
gegen Zwangsräumungen/um Wohnraum, Geflüchteten-,
migrantische und antirassistische Gruppen, feministische und
solidarische Stadtteilegruppen, Initiativen von Prekären und
Erwerbslosen und gegen Militarisierung der Gesellschaft,
Klimaproteste sowie basisorierentierte antifaschistische-Gruppen.
Nehmen
wir uns ein Vorbild an den Bündnissen, die sich 2004/05 gegen
„Hartz IV“ gebildet hatten, an allem, was es in den
letzten Jahrzehnten an Protesten von unten gab. Und lasst uns auch
über die jeweiligen Einzelthemen und politische Differenzen
hinweg lokale und regionale Bündnisse bilden; an die Arbeit
gehen !
BAG
Prekäre Lebenslagen (BAG Prekär), 23.04.2025
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